von links: Hauptgeschäftsführer Jedan, Kreishandwerksmeister Künzel, MdL SchefflerAls Gast der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis konnten in den vergangenen Tagen Kreishandwerksmeister Hans-Joachim Künzel und Hauptgeschäftsführer Dirk H. Jedan den Landtagsabgeordneten Michael Scheffler willkommen heißen.

In einer 1,5 stündigen Gesprächsrunde kam es zu einem intensiven Meinungs- und Informationsaustausch in Sachen Handwerk. Erfreut konnte Scheffler feststellen, dass sich die konjunkturelle Lage im Handwerk allgemein als stabil und auch für die Zukunft hoffnungsvoll darstelle. Dabei dürfe jedoch nicht übersehen werden, dass vielerorts noch Preisniveaus vorlägen, die aufgrund von verteuerten Materialkosten nicht die erforderlichen Deckungsbeiträge erzielten. Die Stimmung sei jedoch gut und gebe ausreichend Anlass, hoffnungsvoll in die nächsten Monate zu schauen. Dies mache sich unter anderem auch an der Beschäftigungssituation im Handwerk bemerkbar. Ein nachhaltiges Indiz hierfür sei die hohe Anzahl zusätzlicher Ausbildungsplätze in den heimischen Innungsfachbetrieben.

Kritisch äußerten sich Handwerksmeister Künzel und Hauptgeschäftsführer Jedan zur Abschaffung der Kopfnoten. Aus Sicht des Handwerks seien diese „Soft Skills“ wichtige Hilfsmerkmale bei der Einstellung junger Auszubildender. So seien neben Fachlichkeit und Wissen Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit, Ordentlichkeit und Zuverlässigkeit oftmals entscheidende Faktoren.

Einen besonderen Appell richteten die Handwerksvertreter an den Landtagsabgeordneten in Sachen öffentliche Förderung von überbetrieblichen Bildungseinrichtungen. Hier sei bedauerlicherweise festzustellen, dass das Land Nordrhein-Westfalen in den zurückliegenden Jahren viel zu wenig Mittel zur Verfügung gestellt habe, und somit die in einem viel größeren Umfang zur Verfügung stehenden Bundesmittel nicht abgerufen werden könnten, da eine ausreichende Finanzierung über diese Landesmittel nicht gewährleistetet sei. Es sei ein Unding, dass lediglich 2 Mio Euro für investive Maßnahmen in NRW zur Verfügung stünden. Hier sei die neue Landesregierung gefordert, der betrieblichen Ausbildung auch die Möglichkeiten und den Stellenwert einzuräumen, die ihr zusteht. Scheffler sicherte zu, sich diesem Thema zu widmen.

„Wir haben einen sehr konstruktiven Gedankenaustausch führen können“, so Künzel. „Wir werden diesen in regelmäßigen Abständen fortsetzen“, ergänzte Hauptgeschäftsführer Jedan.

„Das war ein gutes Gespräch“, so Scheffler, „das seine Fortsetzung finden wird!“