Im Gespräch mit Markus Märtens – dem künftigen Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis
Mittwoch, 10. Dezember 2025
Markus Märtens ist ab dem 1. Januar 2026 neuer Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.
Bei der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis stehen personelle Veränderungen an: Mit Beginn des Jahres übernimmt Markus Märtens die Position des Hauptgeschäftsführers und löst damit Dirk H. Jedan nach über 20 Jahren ab.
Bevor Markus Märtens offiziell seine Tätigkeit aufnimmt, haben wir ihn um ein Interview gebeten. Im Gespräch ging es u.a. um seine Vorstellungen für die Zukunft der Kreishandwerkerschaft MK, seine Sicht auf das Handwerk und, was ihn persönlich antreibt.
Herausgekommen ist ein Gespräch mit einem Menschen, der das Handwerk mit Respekt betrachtet – und Lust hat, es aktiv mitzugestalten.
Herr Märtens, Sie übernehmen ab Januar die Hauptgeschäftsführung der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis – herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet dieser Neustart für Sie persönlich?
„Ein Neuanfang ist immer eine Gelegenheit, eigene Ideen einzubringen. Ich freue mich sehr darauf, das Handwerk in seiner Gesamtheit mitzugestalten – als Herzstück unserer Wirtschaft und als Gemeinschaft, die für Zusammenhalt, Verantwortung und Tatkraft steht.“
Sie kommen aus der Wirtschaftsförderung Leverkusen. Wie kam der Wechsel zustande – und was hat Sie am Handwerk besonders gereizt?
„Gerade in meiner Zeit bei der Wirtschaftsförderung wurde mir klar, welche Kraft im Handwerk steckt. Diese Kraft hält zusammen, sie verbindet. Dabei begeistert mich vor allem die Mischung aus Können, Kreativität und Verlässlichkeit. Ich freue mich darauf, die Rahmenbedingungen für das Handwerk im Märkischen Kreis mitgestalten zu dürfen!“
Was verbinden Sie persönlich mit dem Handwerk?
„Ich verbinde mit dem Handwerk vor allem mit Haltung: Bodenständigkeit, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein. Es steht für das, was unser Land wieder stark machen kann: anpacken, gestalten und gemeinsam Lösungen finden.“
Wie sehen Sie das Handwerk in unserer Region – welche Rolle spielt es für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung?
„Das Handwerk ist das Rückgrat der regionalen Wirtschaft und unverzichtbar für unseren sozialen Zusammenhalt. Es prägt das Gesicht unserer Städte, bildet junge Menschen aus und sorgt dafür, dass Werte wie Verlässlichkeit und Solidarität gelebt werden. Es leistet einen wichtigen Beitrag für sozialen Frieden in unserem Land.“
Das Handwerk steht vor großen Herausforderungen – wo sehen Sie die größten Stellschrauben für die kommenden Jahre?
„Die Fachkräftesicherung bleibt das zentrale Thema. Wir müssen junge Menschen wieder stärker für handwerkliche Berufe begeistern und die duale Ausbildung endlich gleichwertig zur akademischen Bildung anerkennen und wertschätzen. Gleichzeitig gilt es, die Betriebe durch Digitalisierung und Bürokratieabbau spürbar zu entlasten und KI in vielen Bereichen zu nutzen. Da steckt auch für das Handwerk eine Menge an Möglichkeiten drin! Damit aber das Handwerk seine ganze Stärke entfalten kann, braucht es dazu eine Politik, die Taten folgen lässt.“
Wie möchten Sie die Kreishandwerkerschaft künftig positionieren?
„Mir ist wichtig, die KH als starke Stimme des Handwerks sichtbar zu machen – in der Region, in der Politik und in der Öffentlichkeit. Als Vereinigung der Innungen und Fachbetriebe wollen wir Partner, Netzwerker und Impulsgeber sein – ein Ort, an dem das Wir-Gefühl im Mittelpunkt steht.“
Wo sehen Sie die größten Chancen für das Handwerk in den kommenden Jahren?
„Das Handwerk wird für alle großen Zukunftsfragen gebraucht – von Klimaschutz über Digitalisierung bis zur Energie- und Mobilitätswende. Es bietet sichere Arbeitsplätze, Sinn und Perspektive – und bleibt dabei immer nah an den Menschen.“
Welche Erfahrungen aus Ihrer bisherigen Tätigkeit können Sie in Ihre neue Aufgabe einbringen?
„Als Jurist und mit meiner beruflichen Erfahrung bringe ich Erfahrung im Aufbau von Netzwerken und in der strategischen Kommunikation mit. Mir liegt viel daran, Brücken zu bauen – zwischen Betrieben, Politik und Verwaltung – und so das Handwerk als verlässlichen Partner auf Augenhöhe zu positionieren.“
Wenn Sie nicht gerade für das Handwerk unterwegs sind – wie schalten Sie ab?
„Gerne auf dem Motorrad – das wird im Märkischen Kreis sicher ein Vergnügen. Ich reise gern nach Spanien oder Holland, grille gerne und höre dabei Reinhard Mey – das ist für mich Lebensqualität. Manchmal ist aber auch ein ausgedehnter Spaziergang mit dem Hund eine willkommene Auszeit.“
Haben Sie selbst eine handwerkliche Seite?
„Auf jeden Fall. Ich packe gern selbst an – ob beim Renovieren oder Bauen des eigenen Hauses. Handwerk begleitet mich in Teilen schon mein ganzes Leben und gibt mir ein gutes Gefühl von Erdung. Meine Familie mütterlicherseits ist eine Handwerkerfamilie.“
Wenn Sie einen Tag lang in einem Handwerksbetrieb mitarbeiten dürften – welches Gewerk wäre das?
„Da gäbe es unzählige Möglichkeiten. Das Schöne am Handwerk ist ja, dass man am Ende des Tages sieht, was man geschaffen hat – und genau das macht für mich den Reiz des Handwerks aus, ganz unabhängig vom Gewerk. Deswegen: schwere Frage. Es gibt so viel Spannendes.“
Zum Schluss: Was möchten Sie den Handwerkerinnen und Handwerkern in der Region mit auf den Weg geben?
„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit einer starken Gemeinschaft, die zusammenhält, anpackt und Verantwortung übernimmt. Das Handwerk ist nicht nur Wirtschaftskraft – es ist Zukunftskraft für unsere Gesellschaft. Aber mir ist klar: Das schaffe ich nicht alleine – dafür brauche ich Sie alle!“
