Neue Tarifvereinbarung im Friseur- und Kosmetikhandwerk: Stärkung von Ausbildung und Fachkräftenachwuchs
Dienstag, 26. August 2025
Mehr Geld für Auszubildende, höhere Löhne für Beschäftigte und langfristige Planungssicherheit für die Betriebe: Der am 11. August 2025 geschlossene Tarifabschluss im Friseur- und Kosmetikhandwerk in NRW setzt ein starkes Signal für die Zukunft der Branche. Verband und Gewerkschaft ver.di haben sich auf ein umfassendes Paket verständigt, das die Wettbewerbsfähigkeit stärkt und die Attraktivität des Handwerks erhöht.
Folgendes wurde beschlossen: Die Ausbildungsvergütungen steigen ab 1. August 2025 um bis zu 6,3 Prozent, ein weiteres Plus folgt 2026. Zudem liegen die tariflichen Vergütungen künftig stets 5 Prozent über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung. Für gute Leistungen in der Gesellenprüfung Teil 1 gibt es erstmals Prämien.
Auch die Beschäftigten profitieren: Ab 1. Januar 2026 steigen die Gehälter um 6,57 Prozent, ein Jahr später nochmals um 4,79 Prozent – jeweils für alle Entgeltgruppen.
Der Ausbildungstarifvertrag läuft bis 31. Juli 2027, der Entgelttarifvertrag bis Ende 2027. Damit entsteht eine langfristige Sicherheit für beide Seiten. Außerdem wollen die Tarifparteien die Vereinbarungen erneut für allgemeinverbindlich erklären lassen.
Aus der Praxis wird der Abschluss begrüßt: „Unsere Friseurinnen und Friseure leisten tagtäglich großartige Arbeit. Die neuen Regelungen helfen, neuen Nachwuchs zu gewinnen“, betont Zdenka Schwabbauer, Obermeisterin der Friseur-Innung Märkischer Kreis. „Damit diese Verbesserungen aber nachhaltig umgesetzt werden können, wird es in vielen Salons notwendig sein, die Preise nach und nach anzupassen. Nur so können die Tariferhöhungen dauerhaft getragen werden, ohne die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe zu gefährden. Gleichzeitig wird die hohe Qualität der Ausbildung sichergestellt – was letztlich ein Gewinn für die Kundinnen und Kunden ist,“ so Schwabbauer weiter.
Dem stimmt auch Dirk H. Jedan, Geschäftsführer der Friseur-Innung Märkischer Kreis zu: „Dieser Tarifabschluss ist ein Signal für unser Handwerk. Er verbindet Wertschätzung für Auszubildende und Beschäftigte mit Planungssicherheit für unsere Betriebe.“
